Sonntag, 26. Juli 2009

Mustering

Hallo ihr alle,



diese Woche ging eigentlich ganz gemütlich los, ich habe mit Adam einen Laufweg für die Rinder in die Yards eingebaut. Dienstag habe ich mit Kyle noch ein paar Zäune geflickt und Nachmittags haben wir ein paar Rinder mit Ohrmarken versehen und mit dem LKW zu einer anderen Gruppe gebracht. Abends sind dann die ersten zwei Hubschrauber zum Mustering (Rindertreiben) angekommen. Mittwoch haben Adam und ich eine gebrochene Pe-Leitung repariert und die leeren Gasflaschen (zum Kochen) in die Stadt gebracht. Dann sind abends noch zwei Hubschrauber angekommen. Donnerstagmorgen habe Adam und ich den Rinder wieder mal Mineralfutter gebracht und ab Mittags ging es dann los. Die ersten Tausend Rinder (oder wie viele das auch immer waren) waren in die Yards getrieben und das große Sortieren und bearbeiten ging los. Ich habe die Tiere mit zur Sortieranlage getrieben, wo sie dann aufgeteilt wurden in Kälber, Jungkühe die sterilisiert werden mussten (damit die Indonesischen Moslems die auch essen können) und denn Rest. Am Abend war ich wie gerädert, obwohl wir nur ca. 4-5 Stunden gearbeitet haben. Normalerweise macht man das nämlich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Am Freitagmorgen haben wir dann damit weiter gemacht und als alle sortiert waren haben wir angefangen die Kälber zu impfen, Ohrmarken zu setzen, Enthornen, Brandzeichen zu setzten und die Bullenkälber zu kastrieren. Ich habe da wieder nur zugetrieben, aber das hat mir auch gereicht, da das schon eine ganz schön brutale Sache ist. Die Kälber werden in eine spezielle Maschine eingeklemmt, auf die Seite gekippt und dann erst einmal mit Ohrmarke versehen und die Ohren werden noch mit einer Zange gestanzt, dann wird ihnen mit einem Messer der Hornansatz einfach abgeschnitten (und das Blut spritzt; KEIN WITZ; bei machen kann man anschließend das Hirn sehen). Gleichzeitig werden bei den Bullenkälbern die Hoden entfernt und das Brandzeichen eingebrannt (stinkt ein bisschen). Und ja, die Kälber brüllen natürlich dabei, da das bestimmt weh tut. Das war dann der Freitag und am Samstag haben wir dann noch die älteren Kälber (die noch kein Brandzeichen haben) aussortiert, damit denen das gleiche Schicksal blüht. Da haben wir von der Station aber nur beim Sortieren geholfen, den Rest haben die Subunternehmer gemacht. Anschließend haben wir noch eine Kuh geschlachtet, indem sie einfach erschossen wird, dann mit dem Pick-Up an den Waldrand gezogen wird und dort unter freiem Himmel zerlegt wird. Das aufgeschnittene Fleisch wird auf den mit Blättern und Zweigen ausgelegten Pick-Up geladen und in den hauseigenen Kühlcontainer gebracht.

Und am heutigen Sonntag bin ich in der Stadt gewesen, zum Rodeo. Ist ganz Interessant das Mal zu sehen, wird aber mit der Zeit auch Langweilig, da das eigentliche Reiten nur ein paar Sekunden dauert und das aufsatteln usw. ein paar Minuten.

Ansonsten geht mir das ganz gut soweit und ich hoffe, das mich die nächste Woche nicht völlig umhaut.



Schöne Grüße aus dem fernern Australien



Stefan
http://picasaweb.google.com/SWesseloh/Australienbilder#5362733122985603458
P.S.: neue Bilder

Sonntag, 19. Juli 2009

Gärtnerarbeiten

Hallo mal wieder,

diese Woche habe ich die ersten drei Tage mit Kyle wieder mal Zäune repariert und eine Tieftauchpumpe ausgebaut, die sind hier in ca. 50m Tiefe. Dann hatte Kyle den Rest der Woche frei, er war zum Hochseeangeln, und so habe ich dann mit Adam den Rindern Mineralfutter gebracht. Außerdem haben wir ein bisschen Gärtner gespielt, wir haben Rasen neu angesäht und Kunstdünger gestreut. Samstag haben wir dann noch die Halle gereinigt, wo das Mineralfutter gelagert wird. Und dann habe ich mir ein schönes ruhiges Wochenende gemacht. Hab eigentlich nur rumgesessen und mir Filme angeguckt, die ich mir von Anja ausgeliehen habe.

Das waren mal wieder die Neuigkeiten aus dem fernen Australien. Bis zur nächsten Märchenstunde,

Euer Gärtner

Sonntag, 12. Juli 2009

3. Woche!?

Guten Tag,

irgendwie hab ich schon fast vergessen wie lange ich hier bin. Eigentlich gibt es nicht viel neues zu berichten, da sich immer wieder das selbe abspielt; Zäune flicken, Wasserstellen überprüfen usw. Diese Woche haben wir Sysiphos alle Ehre bereitet, da wir einen Grenzzaun repariert haben, den die Nachbarn willentlich gekappt haben. Und sie werden es wieder tun, damit ihre Rinder zu den Wasserstellen der Moola Bulla Station gelangen können. Außerdem haben wir Floodgates repariert, das sind Zäune die über Creeks (trockene Flußbetten) gehen. Und jedes Jahr wenn die Regenzeit einsetzt und das Wasser durch diese Creeks flutet (to flood), hat man wieder ein schönes offenes Tor (Gate), da die mitgeschwemmten Äste den Zaun fein säuberlich wieder entfernen.
Dann war ich Gestern und Heute mit Anja, Adam und den Kindern campen. Natürlich im Freien unter dem Sternenhimmel mit einem speziellen Übersack für den Schlafsack. War soweit ganz gut, nur hatten wir heute Nacht 5,1 Grad Celsius, und das war sch...kalt.
Mal sehen, ob ich euch nächste Woche neues berichten kann.

Bis dahin gehabt euch wohl,
Euer Sysiphos

Sonntag, 5. Juli 2009

Moola Bulla

Hallo zusammen,

tja, das Leben geht weiter und auch ich arbeite weiterhin fleißig (mehr oder weniger; ist nicht immer was zu tun). Bis jetzt habe ich schon ein paar interessante Dinge erlebt. Wilde Tiere auf den Wegen, Unbeschreibare Landschaften (nicht auf´s Bild zu bekommen) und das brutal Leben im australischen Outback. Wer es nicht lesen mag, den nächsten Absatz bitte überspringen:

Also, der Hund von Kyle hat ein Kängurubaby geschnappt und erledigt; Kyle hat mit dem Ute (wie die Pick-Up´s hier genannt werden) ein Känguru überfahren und dann mit dem Vorschlaghammer erschlagen; Wir mussten Rinder in ein anderes Paddock umtreiben und da zwei nicht so wollten wie sie sollten, hat Kyle sie mit dem Ute umgeschubst und dann die Hinterbeine mit dem Gürtel gefesselt, damit sie nicht weglaufen können. Dann haben wir ein Paddockgitter geholt und die Tiere darauf gelegt und sie ins richtige Paddock geschleppt. Ich musste mich oben drauf setzen, damit sie nicht wieder runterfallen. Das zweite Rind war aber leider so weit weg und so störrisch beim Aufladen, das es schon ziemlich dehydriert war und so hat Kyle es mit dem Vorschlaghammer erschlagen. Das australische Leben ist halt hart.

Ansonsten lade ich noch mal ein paar Bilder hoch. Ach ja, die Anschrift hier ist
Moola Bulla
P.M.B 41
Halls Creek 6770

Es gibt noch eine andere Anschrift von wo aus mir die Post nachgeschickt wird, aber da muss ich noch mal abklären, wie die genau ist.

Das war´s erst mal wieder, ihr hört von mir

Der Vagabund

P.S.: Die Bilder findet ihr beim alten Blog, speichter die Bilderseite bei euern Favoriten. Und ich war letztes Wochenende mit Anja und Adam incl. Kinder im Bungle Bungle Nationalpark.